Gesundheitswissen von A bis Z: Morbus Osgood-Schlatter

Physioline Blog Morbus Osgood-Schlatter

 

Wachstumsstörungen bei Kindern und Jugendlichen sind keine Seltenheit, wenn dabei der Knochenvorsprung an der Vorderseite des oberen Schienbeins betroffen ist, spricht man von Morbus Schlatter-Osgood. Im heutigen Beitrag geht es um dieses Krankheitsbild und seine Therapiemöglichkeiten bei Physioline.

 

Definition:
Morbus Schlatter oder Morbus Osgood-Schlatter bezeichnet eine aseptische Osteonekrose der Tibia (Schienbein)mit Reizung des Ansatzes der Patellasehne (Kniescheibensehne). Im Verlauf der Krankheit kann es zu Ossifikationsstörungen und zum Ablösen von freien Knochenfragmenten kommen. Männer sind vielfach häufiger betroffen als Frauen und die Krankheit tritt meist im jugendlichen Alter auf. Sportler besitzen ein erhöhtes Risiko.

Ätiologie:
Durch eine Überbelastung des Kniegelenks kommt es zu Mikrotraumen im Bereich der vorderen Tibia am Ansatz der Patellasehne. Im präpubertären Wachstumsschub besteht eine erhöhte Belastung auf diesen Punkt, wodurch sich die Häufung bei Kinder bzw. Jugendlichen erklären lässt. Es kommt zur Störung der Ossifikation (Verknöcherung). Folgen daraus sind die Bildung einer Prominenz an der Ansatzstelle der Patellasehne sowie das Risiko, dass sich Knochenstücke ablösen und als freie Ossikel im Gewebe liegen. Hormonelle Umstellung in der Pubertät und Durchblutungsstörungen können weitere Ursachen für die Erkrankung sein.

Symptome:
Bei Morbus Schlatter findet man einen Druckschmerz am vorderen oberen Schienbein. Beim Anspannen der Oberschenkelmuskulatur oder durch Bewegung im Kniegelenk lässt sich dieser Schmerz reproduzieren. Die Reizung des Patellaansatzes kann eine Schwellung im Kniegelenk hervorrufen, welche Ruheschmerzen verursacht. Ein ständiger Schmerzzustand führt zur automatischen Entlastung und zur Schwäche des betroffenen Beins.

Diagnose:
Bereits durch die Beschreibung der Symptome des Patienten lässt sich auf die Erkrankung schließen. Meist treten die vorderen Knieschmerzen nach hoher Belastung wie nach sportlicher Aktivität auf. Durch bildgebende Verfahren wie Ultraschall, röntgen oder MRT lässt sich die Diagnose stützen.

Therapie:
Das vorrangige Ziel bei Morbus Schlatter ist die Schmerzreduktion des Patienten. Im akuten Stadium mit Entzündungszeichen wie Schmerzen, Rötungen und Schwellungen wird das Knie entlastet und eventuell entzündungshemmende Medikamente verabreicht. Kryotherapie hilft mittels kühlenden Anwendungen gegen Schmerzen. Später sollt jedoch nicht vollständig auf Belastung verzichtet werden, sondern nur Überbelastung vermieden werden, wie zum Beispiel bei Richtungswechsel und Bremsbelastungen bei Hallensportarten. Bandagen können helfen das Kniegelenk ausreichend zu entlasten.
Klingt die Entzündung ab, kann mittels Muskelkräftigung der Oberschenkel und Hüftmuskulatur begonnen werden. Dies verbessert den Stoffwechsel in der betroffenen Struktur und fördert die Heilung.
Die Indikation zur Operation ist dann gegeben, wenn abgestorbene Knochenstücke oder Auswucherungen des Knochens Beschwerden verursachen.

Quellen:
F. Hefti: Kinderorthopädie in der Praxis. Springer 1998, ISBN 3-540-61480-x
http://www.onmeda.de/forum/physiotherapie/74914-morbus-schlatter (abgerufen am 18.02.15)

Foto: Fotolia/ Focus Pocus LTD

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