Gesundheitswissen von A bis Z: Fibromyalgie (FMS)

Physioline Blog Fibromyalgie

In unserem heutigen Beitrag befassen wir uns mit der Fibromyalgie, einer Sonderform des Weichteilrheumatismus. Bei dieser chronischen, nicht-heilbaren, nicht-entzündlichen Erkrankung empfinden die Betroffenen Schmerzen unterschiedlicher Beschaffenheit an unterschiedlichen Körperstellen. Unser Team im Physioline Trudering und am PEP kennt sich bestens mit der sporttherapeutischen Behandlung der Fibromyalgie aus.

 

Definition:
Bei einer Fibromyalgie besteht eine funktionelle Störung, welche chronische Schmerzen in mehreren Körperbereichen verursacht. Die Schmerzen können, müssen aber nicht, mit psychischen Symptomen gemeinsam auftreten. Häufig besteht eine erhöhte Druckschmerzempfindlichkeit an bestimmten Punkten („Tender points“).

Synonym: Generalisierte Tendomyopathie

Ätiologie:
Die Entstehung einer Fibromyalgie ist unklar und umstritten.

Symptomatik:
Zu Beginn klagen die betroffenen Patienten über Schmerzen, die zunächst beispielsweise in den Beinen oder im Bereich der Halswirbelsäule auftreten und sich im weiteren Verlauf schubförmig oder chronisch auf den gesamten Körper ausbreiten.
Es treten häufig vegetative Symptome auf wie Mundtrockenheit, vermehrtes Schwitzen, Zittern und eine auffällig kühle Haut an Händen und Füßen auf. Häufig kommen Schlafstörungen bzw. nicht-erholsamer Schlaf und Tagesmüdigkeit hinzu. Daraus folgt eine hohe körperliche und psychische Erschöpfungsneigung.
Fibromyalgie kann mit einer depressiven Störung assoziiert sein, ist aber nicht als solche zu klassifizieren. Sie kann unterschiedlich ausgeprägt sein, eine allgemein anerkannte Schweregradeinteilung existiert nicht.

Epidemiologie:
Frauen sind häufiger betroffen als Männer. Die Erkrankung beginnt zumeist zwischen dem 30. und 60. Lebensjahr.

Diagnose:
Anamnese:
Die Diagnose beginnt mit einer genauen Befragung des Schmerzverhaltens und sonstigen
Beschwerden und deren Lokalisation. Es werden gewissen Druckpunkte überprüft. Es muss ausgeschlossen werden, dass die Kernsymptome von einer anderen körperlichen Erkrankung ausgehen. Es erfolgt eine genaue Medikamentenanamnese, eine vollständige körperliche Untersuchung, sowie Laboruntersuchungen.
Wenn die Schmerzen zum ersten Mal länger anhalten, wird ein Screening auf vermehrt seelische Symptombelastung (Angst und Depression) empfohlen. Dieses sollte durch einen Facharzt erfolgen.

Therapie:
Eine kausale Behandlung ist noch nicht bekannt.
Man weiß aber, dass die Symptome einer Fibromyalgie ungefährlich sind und durch eigene Aktivitäten vermindert werden können. Bei leichten Fällen hilft meist bereits regelmäßige, aber mäßige Bewegung und das Herstellen einer angemessenen psychosozialen Ausgangslage.

Bei schweren Fällen werden aerobes Ausdauertraining und meditative Bewegungstherapien unter Anleitung empfohlen. Das Ausdauertraining sollte von geringer bis mittlerer Intensität sein. Dies entspricht beispielsweise einem schnellen Spaziergang, Walking, Fahrradfahren, bzw. Fahrradergometertraining, Tanzen, Aquajogging und zusätzlich Trocken- oder Wassergymnastik. Das Training und die zusätzliche Gymnastik sollte über eine halbe Stunde mindestens andauern, sowie zwei- bis dreimal wöchentlich stattfinden.

Bei Depressionen oder generalisierten Angststörungen wird eine medikamentöse, zeitlich befristete Therapie mit Antidepressiva empfohlen. Nicht zu empfehlen ist die Einnahme von Schmerzmitteln, insbesondere von Opioiden. Auch Massage-Anwendungen verstärken die Beschwerden und sind deshalb kontraindiziert.

 

Quellen:
– Leitlinie, FMS, (2012):
http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/041-004k_S3_Fibromyalgiesyndrom_2012-04.pdf
– „Intensivkurs Psychiatrie und Psychotherapie“, K. Lieb, 7. Auflage, S. 262 – 265
– „Orthopädie und Unfallchirurgie“, H. Rössler, 19. Auflage, S. 162

Foto: Fotolia/ Drubig Photo

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